»Wer einsieht, dass er seine Wirklichkeit selbst konstruiert, der ist wirklich frei.   Er weiß, dass er seine Wirklichkeit jederzeit ändern kann.«

Paul Watzlawick

Neben  genetischen Voraussetzungen wird unsere Persönlichkeit insbesondere durch Lernvorgänge geprägt. Psychische Störungen sind daher auch  Folgen ungünstiger oder belastender Lernerfahrungen. Diese können zeitlich bereits abgeschlossen sein oder halten gegenwärtig noch an. Die verschiedenen Lernerfahrungen können im Laufe unseres Lebens zusammenwirken, beeinflussen mehr und mehr die Art und Weise unseres Denkens, unseres Fühlens und Handelns, aber auch der körperlichen Prozesse und können in chronisch belastende körperliche und/oder psychische Symptome münden, oder auch zu bedeutsamen Veränderungen in der Gesamtpersönlichkeit führen.

 

In der verhaltentherapeutischen Psychotherapie werden die psychische Störung aufrechterhaltenden emotionalen, gedanklichen, körplichen und motorischen Muster identifiziert. Daher wird zu Beginn mit Ihnen zusammen eine plausible Vorstellung von den Ursachen und der Veränderbarkeit Ihres Problems entwickelt. Die in der bisherigen PSYCHODIAGNOSTIK erhobenen Befunde werden dabei berücksichtigt und gegebenenfalls durch weitere differentialdiagnostische Methoden ergänzt (angeleitete Selbstbeobachtungen etc).  Es wird Ihnen daher zu Anfang ermöglicht, sich  selbst und Ihre Schwierigkeiten besser zu verstehen.

 

Im fortgeschrittenen Behandlungsprozess werden dann bewusste und auch unbewusste Lernvorgänge mit weiter unten aufgeführten verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden angeregt, um auf diese Weise das identifizierte problematisches Verhalten bzw. psychische Symptome zu verringern oder zu beseitigen. 

In allen Phasen der Behandlung werden die Abläufe für Sie transparent dargestellt und die Verantwortung geteilt: Sie treffen von Beginn an alle Behandlungsentscheidungen gemeinsam mit mir. Sie selbst lernen zu erkennen, worin ihr Problem besteht, welche Einflüsse daran beteiligt sind, welches Ziel Sie im Rahmen der Therapie abstreben, welche Mittel und Verhaltensänderungen notwendig sind, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Und Sie erfahren, warum es wichtig ist, Verhaltensänderungen dauerhaft konsequent umzusetzen.

Die Behandlung ist vorrangig  auf die Gegenwart und die Zukunft ausgerichtet. Das schließt aber nicht aus, dass auch frühere Erfahrungen und Erlebnisse zum Gegenstand der Therapie werden können.

 

Für die verhaltenstherapeutische Psychotherapie ist hervorzuheben, daß sie durch einen wissenschaftlich - pragmatischen Charakter gekennzeichnet ist. Sie integriert Ansätze, die sich unter der strengen wissenschaftlichen Qualitätskontrolle als wirksam und wissenschaftlich begründbar erweisen. Seit  ihren Ursprüngen existieren zahlreiche Therapiestudien, welche die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Therapienstrategien und Einzeltechniken belegen.  Die Verhaltenstherapie gilt heute als das am besten untersuchte Therapieverfahren . Dies trug dazu bei, daß sich die verhaltenstherapeutische Psychotherapie zur heute erfolgreichsten aller Therapierichtungen entwickelte und beim Inkrafttreten des Psychotherapiegesetzes 1999 automatisch als eine Therapie anerkannt war, deren Leistungen von den Krankenkassen erstattet werden. 

VERHALTENSTHERAPEUTISCHE PSYCHOTHERAPIE